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TOMRA verstärkt Präsenz in China

07 März 2019

Cynthia Han TOMRA

 

TOMRA will die Präsenz in China langfristig weiterentwickeln und erhöht daher die Investitionen und Geschäftsaktivitäten in diesem dynamischen Markt.

TOMRA hat 2011 die erste Tochtergesellschaft in China gegründet und engagiert sich dort inzwischen in drei Geschäftsfeldern: Recycling Sorting, Lebensmittelsortierung und -klassifizierung sowie Sammlung von Getränkebehältern. Zu den vielfältigen Aktivitäten, die TOMRA hier verfolgt, gehören Geschäftsentwicklung, Produktmanagement, Forschung und Entwicklung, Montage, Vertrieb, Service und Anwendungsprüfung in lokalen Testzentren.

Erst vor kurzem hat TOMRA seine hochmoderne Sortieranlage für frisches Obst und Gemüse in Kunshan ausgebaut und das Technikerteam im Technologiezentrum in Xiamen aufgestockt.

Wir haben mit der für das Marketing in China zuständigen Managerin von TOMRA, Cynthia Han, über die Ziele des Unternehmens gesprochen.

F1: Welche Strategie verfolgt TOMRA im chinesischen Markt?

TOMRA möchte in China als Branchenführer anerkannt werden und sich zusätzlich, zu den bereits erheblichen Anteilen in den Zielsegmenten, größere Marktanteile sichern. Wir wollen außerdem in China im Bereich Kundenzufriedenheit in unserer Branche einen Spitzenplatz belegen. Diesen Anspruch haben wir auch innerhalb der TOMRA Gruppe weltweit.

F2: Wie kann sich TOMRA in einem so hart umkämpften Markt wie dem Chinesischen von der Konkurrenz absetzen?

Wir bei TOMRA glauben, dass die Menschen unsere wertvollste Ressource sind. Unsere Mitarbeiter sind hoch motiviert und stehen hinter der Vision des Unternehmens. Dadurch verfügen wir über ein solides Fundament für langfristiges Wachstum.

Hohe Priorität hat für uns der Aufbau von Funktionsteams, die eng mit Kunden und Geschäftspartnern vor Ort zusammenarbeiten und schnell und flexibel auf deren Anfragen und Bedürfnisse reagieren. Inzwischen sind alle multifunktionalen Teams etabliert.

Ich bin überzeugt: Wenn wir unsere täglichen Aufgaben mit Leidenschaft, Innovationsgeist und Verantwortung angehen, werden wir als Teil des China-regionalen Teams die Marke TOMRA in China soweit stärken und entwickeln, dass wir als ein führendes Unternehmen wahrgenommen werden, das für hohe Qualität, Zuverlässigkeit und innovative sensorgestützte Lösungen steht.

F3: Viel ist über die neuen chinesischen National-Sword-Gesetze geschrieben worden. Wie wirken sie sich Ihrer Meinung nach auf die chinesische Industrie aus?

Wir müssen uns die kurzfristigen und die langfristigen Effekte ansehen, um die Folgen ganz abschätzen zu können.

Auf kurze Sicht sind viele kleine und mittlere Recycling-Unternehmen plötzlich von der Materialversorgung abgeschnitten, denn 99 % des Mülls kann die Grenze nicht passieren. Diese Firmen mussten entweder ihren Betrieb einstellen oder neue Anlagen in alternativen Märkten aufbauen. Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit an einen anderen Standort verlagerten, entschieden sich meist für Länder in Südostasien. Dort sind die sprachlichen und kulturellen Voraussetzungen für chinesische Unternehmen günstig.

Andere Unternehmen dagegen halten sich für robust genug, den Wandel zu überstehen, und setzen den Betrieb wie gewohnt fort. Allerdings müssen sie die explodierenden Preise für im Inland gesammelte Kunststoffabfälle verkraften. Ende 2018 war der Ballenpreis für PET mit 4.500 RMB pro Tonne fast doppelt so hoch wie in anderen Märkten. Dadurch wir ein profitabler Handel extrem schwierig. Überleben werden nur Unternehmen, die Größenvorteile nutzen können und von einem hohen Cashflow profitieren.

Langfristig werden die Umwälzungen in der gesamten Branche einen Modernisierungsdruck erzeugen. Zurzeit wird der im Inland anfallende Abfall nicht effizient gesammelt, und die Recycling-Quoten sind immer noch sehr niedrig. Der Grund dafür ist, dass die Trennung am Anfallort und die Systeme der Abfallbewirtschaftung ineffizient sind.

Sobald Regierung und Branchenakteure die Recycling-Quote verbessern und die Abfallbewirtschaftungssysteme stärken – was auch schon passiert – werden sich für die Recycling-Unternehmen, die sich den aktuellen Herausforderungen gewachsen zeigen, vielfältige Geschäftschancen eröffnen. Und da diese Unternehmen daran arbeiten, Umweltbestimmungen zu Emissionen und Schadstoffen einzuhalten, wird branchenweit ein Entwicklungssprung bei Verarbeitungskonzepten und -technologien stattfinden.

Das wird auch den internationalen Bemühungen um Verringerung des Plastikmülls zugutekommen und zur Herausbildung einer Kreislaufwirtschaft beitragen. Denn zurzeit ist China einer der Hauptverursacher von Kunststoffabfällen. Wenn China seine Recycling-Quote verbessern und Abfall reduzieren kann, wird sich das im globalen Maßstab positiv auswirken.

F4: Worin liegen die größten Herausforderungen für die chinesische Recycling-Branche?

Wie bereits erwähnt, gibt es in China gegenwärtig für Recycling-Firmen nur begrenzten Spielraum für Gewinne. In schwierigen Zeiten müssen die Branchenakteure langfristig denken und sich klar machen: Wer frühzeitig in neue Technologie investiert und auf Modernisierung setzt, ist auf die Zeit nach der Umstrukturierung eingestellt. Diejenigen, die sich gut vorbereiten, können sich bietende Chancen ergreifen.