Mit der europaweit zunehmenden Umstellung auf Mehrweg-Take-away-Verpackungen wird die Bedeutung effizienter, skalierbarer Reinigungsanlagen immer deutlicher. Diese Anlagen bilden das operative Rückgrat jedes Mehrwegsystems und stellen sicher, dass Verpackungen in dem Tempo und Umfang sicher zurückgegeben, gereinigt und wieder verteilt werden können, wie es die moderne Gastronomie erfordert.
Da die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) nun in Kraft ist – die Restaurants und Cafés verpflichtet, Verbrauchern ab 2027 die Nutzung eigener Behälter zu ermöglichen und ab 2028 Mehrwegverpackungen für den Außer-Haus-Verzehr anzubieten –, suchen Städte, Veranstaltungsorte und Betreiber nach praxiserprobten Modellen. Die Frage ist nicht mehr, ob Mehrweg eingeführt werden soll, sondern wie es effizient und im großen Maßstab funktioniert.
Eine optimal organisierte Reinigungsanlage leistet weit mehr als die reine Einhaltung von Hygienestandards. Sie ermöglicht Wirtschaftlichkeit, unterstützt hohe Rücklaufquoten und minimiert die Umweltbelastung. Um dies zu erreichen, ist jedoch eine sorgfältige Planung in jeder Phase erforderlich – von der ersten Konzeption über den laufenden Betrieb bis hin zur kontinuierlichen Optimierung.
Dieser Leitfaden basiert auf TOMRAs direkten Praxiserfahrungen bei der Planung, dem Aufbau und dem Betrieb von Reinigungsanlagen für eigene Mehrwegsysteme, darunter REUSEABLE in Aarhus (Dänemark) und CopoMais in Lissabon (Portugal) – zwei der fortschrittlichsten stadtweiten Mehrwegprojekte Europas. In mehr als zwei Betriebsjahren in Aarhus hat TOMRA über 1,8 Millionen Mehrwegbecher gesammelt, eine durchschnittliche Rücklaufquote von 88 % erzielt und umfassende Einblicke gewonnen, was für einen verlässlichen Spülbetrieb nötig ist, der Gebinde kontinuierlich im Kreislauf hält.
Aufbau der Reinigungsanlage: Ein skalierbares Fundament schaffen
Der Aufbau einer Reinigungsanlage beginnt mit der Definition des Umfangs und der Ambition des Mehrwegsystems, das sie unterstützen soll. Ob die Anlage eine einzelne Spielstätte, ein Netzwerk von Gastronomiebetrieben oder eine gesamte Kommune bedient, prägt maßgeblich ihre Konzeption und die Kapazitätsanforderungen.
Die frühzeitige Planung muss die erwarteten Gebindemengen sowohl unter Normalbedingungen als auch in Spitzenzeiten berücksichtigen. Nach TOMRAs Erfahrungen mit dem REUSEABLE-System in Aarhus können saisonale Schwankungen erheblich sein – während der Aarhus Festuge, dem jährlichen Kulturfestival der Stadt, wurden in nur 10 Tagen über 150.000 REUSEABLE-Becher ausgegeben. Solche Bedarfsspitzen müssen von Beginn an einkalkuliert werden, da sie von der Geräteauswahl bis hin zu den Personalmodellen alle Bereiche direkt beeinflussen.
Gleichzeitig muss die Anlage in die übergeordnete Rücknahmeinfrastruktur eingebunden sein, damit Mehrwegverpackungen, die über Leergutrücknahme-Automaten oder manuelle Rücknahmesysteme gesammelt werden, nahtlos in den Reinigungsprozess einfließen können. Diese Integration ist entscheidend: In Aarhus betreibt TOMRA mehr als 25 feste automatisierte Rücknahmepunkte und weitere 2 bis 15 temporäre Automateninstallationen im Rahmen von städtischen Events in der Innenstadt, die alle eine zentrale Spül- und Reinigungsanlage versorgen.
Auch regulatorische Vorgaben spielen in dieser Phase eine wesentliche Rolle. Lebensmittelsicherheitsstandards, Abwasservorschriften und Arbeitsschutzbestimmungen müssen von Anfang an verstanden und in das Anlagenlayout integriert werden. Da die PPWR nun europaweit klare rechtliche Rahmenbedingungen für Mehrwegverpackungssysteme setzt, ist die Ausrichtung der Anlagenplanung an aktuellen und künftigen Compliance-Anforderungen unverzichtbar.
Standort: Effizienz durch Nähe ermöglichen
Der physische Standort einer Reinigungsanlage hat direkten Einfluss auf die Betriebseffizienz und die Umweltbilanz. Anlagen, die sich in unmittelbarer Nähe der bedienten Gebiete befinden – etwa in dichten Gastronomievierteln, an Verkehrsknotenpunkten oder Veranstaltungsorten –, profitieren von kürzeren Transportwegen und schnelleren Durchlaufzeiten.
Die Erfahrungen von TOMRA in Aarhus und Lissabon unterstreichen dieses Prinzip. In Lissabon, wo das CopoMais-Mehrwegbechersystem im Ausgehviertel Bairro Alto und angrenzenden Stadtteilen betrieben wird, ist die Nähe zwischen Rücknahmepunkten und Reinigungsanlage essenziell, um in einem lebhaften Nachtleben mit geschätzt 25.000 Bechern an gut besuchten Abenden schnelle Umlaufzeiten sicherzustellen. Zudem wird ein Satellitenlager für Mehrwegverpackungen in unmittelbarer Nähe der Verkaufsstellen genutzt, um eine schnelle und effiziente Nachlieferung zu gewährleisten.
Ebenso wichtig ist die Anbindung an eine zuverlässige Verkehrsinfrastruktur. Eine effiziente Routenplanung für Abhol- und Lieferfahrzeuge setzt gute Straßenanbindungen voraus, während ausreichend Platz für Lade- und Entladevorgänge vorhanden sein muss. Auch Anschlüsse für Wasserversorgung, Energiekapazität und Abwasserentsorgung sind entscheidend, da sie die Leistungsfähigkeit der Reinigungsanlagen direkt bestimmen.
Die Wahl eines Standorts mit Erweiterungspotenzial unterstützt das langfristige Systemwachstum. Mit der steigenden Akzeptanz von Mehrweg-Take-away-Verpackungen – angetrieben durch Verbrauchernachfrage und gesetzliche Vorgaben wie die PPWR – müssen Anlagen skalierbar sein, ohne dass ein vollständiger Umzug erforderlich wird. Dies gilt sowohl für die Spülkapazitäten als auch für die Lagerfläche sauberer Gebinde.
Management und Personal: Strukturierung für Beständigkeit und Qualität
Der operative Erfolg hängt nicht nur von der Infrastruktur ab, sondern vor allem von den Menschen, die sie betreiben. Eine gut geführte Reinigungsanlage basiert auf klaren Rollen, definierten Verantwortlichkeiten und einer engen Abstimmung zwischen den Teams.
Das Management steuert den täglichen Betrieb, stellt die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sicher und treibt Prozessverbesserungen voran. Gleichzeitig bedienen geschulte Mitarbeiter die Spülanlagen, während das Qualitätssicherungspersonal Hygienestandards und Produktintegrität überwacht.
In TOMRAs städtischen Projekten arbeitet das Spülteam eng mit der Logistik und dem Außendienst zusammen. Personalmodelle müssen an Nachfrageschwankungen im Tagesverlauf und zwischen den Jahreszeiten angepasst werden. Flexible Schichtmodelle helfen, die Personalkapazität an das eingehende Volumen anzupassen, während kontinuierliche Schulungen sicherstellen, dass alle Mitarbeiter Hygieneprotokolle und Betriebsabläufe präzise einhalten. Zusammen schaffen diese Faktoren ein stabiles, verlässliches Betriebsumfeld für den hohen Durchsatz eines zirkulären Mehrwegsystems.
„Bei einem Mehrwegsystem für Speisen und Getränke muss man betrieblich darauf vorbereitet sein, sich an Mengenspitzen und -täler anzupassen, die durch saisonale Effekte und Großveranstaltungen wie Stadtfeste entstehen. Daher ist eine ausgewogene Mischung aus festen, teilzeitbeschäftigten und temporären Arbeitskräften wichtig, um die nötige Flexibilität zu haben, die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit am richtigen Ort einzusetzen.“
Beschaffung der Spültechnik: Auslegung auf Leistung und Flexibilität
Die Auswahl der Spültechnik ist eine der weitreichendsten Entscheidungen bei der Anlagenplanung, da sie sowohl Kapazität als auch Wirtschaftlichkeit bestimmt. Waschanlagen müssen in der Lage sein, prognostizierte Mengen zu bewältigen und gleichzeitig bei verschiedenen Verpackungsarten eine gleichbleibend hohe Reinigungsleistung zu erbringen.
Statt sich ausschließlich auf maximalen Durchsatz zu konzentrieren, profitieren Betreiber von einer ausgewogenen Balance zwischen Leistung und Flexibilität. Mehrwegsysteme umfassen oft eine Bandbreite an Gebindeformaten – in Aarhus startete das REUSEABLE-System beispielsweise mit Bechern und Gläsern und wird nun auf Lebensmittelverpackungen ausgeweitet, gestützt durch neue Leergutrücknahme-Automaten, die sowohl Getränkebecher als auch Essensbehälter annehmen. Die Spültechnik muss diese Vielfalt verarbeiten können, ohne an Effizienz einzubüßen.
Energie- und Wasserverbrauch sind gleichermaßen entscheidende Faktoren. Systeme, die den Ressourceneinsatz minimieren, senken Betriebskosten und Umweltbelastungen langfristig spürbar. Durch ein effizientes Wasserrezirkulationssystem verbraucht die Spülstraße am TOMRA Reuse Sanitization Hub in Aarhus lediglich 0,5 Deziliter Wasser pro Becher. Im Vergleich dazu benötigt die Herstellung eines entsprechenden Einweg-Pappbechers etwa 2,5 Deziliter. Darüber hinaus ergab eine Studie von Eunomia aus dem Jahr 2023, dass Mehrwegbecher für Heiß- und Kaltgetränke geringere Treibhausgasemissionen als Einwegbecher erzielen, wenn das System eine Rücklaufquote von mindestens 83 % und mindestens sechs Umläufe pro Becher erreicht. Da REUSEABLE in Aarhus eine Rücklaufquote von 88 % erzielt und einzelne Becher über 40 Umläufe absolvieren, ist der ökologische Nutzen optimierter Spültechnik eindeutig belegt.
Gleichzeitig sind Zuverlässigkeit und einfache Wartung unerlässlich, um eine hohe Anlagenverfügbarkeit zu sichern und Unterbrechungen im Gebindekreislauf zu vermeiden.
„Eine Herausforderung bei den derzeitigen Lösungen der gewerblichen Spültechnik ist die Reinigung von Kleinteilen wie Becherdeckeln, Dipschalen oder Besteck. Hinzu kommt die parallele Handhabung von Bechern und Menüboxen. Lebensmittelbehälter erfordern andere Spülverfahren, und wir arbeiten kontinuierlich mit Herstellern industrieller Spültechnik daran, dies weiter zu optimieren.“
Betrieb: Einen nahtlosen Prozessablauf schaffen
Im laufenden Betrieb muss die Anlage als kontinuierlicher, exakt aufeinander abgestimmter Ablauf funktionieren. Gebrauchte Gebinde werden zunächst angenommen und sortiert, bevor sie gereinigt und desinfiziert werden. Nach dem Spülprozess werden die Artikel getrocknet, geprüft und für die Wiederverteilung vorbereitet.
Jeder Schritt muss sorgfältig geplant sein, um Verzögerungen und unnötige Handgriffe zu vermeiden. Das Hallenlayout spielt hierbei eine Schlüsselrolle, da ineffiziente Wege schnell zu Engpässen führen. Betriebe, die auf lineare, optimierte Arbeitsabläufe setzen, erzielen in der Regel einen höheren Durchsatz bei geringeren Betriebskosten.
Das von TOMRA Reuse entwickelte offene, verwaltete System, das sowohl REUSEABLE in Aarhus als auch CopoMais in Lissabon antreibt, bildet das digitale Rückgrat zur Rückverfolgung der Mehrwegverpackungen über den gesamten Prozess hinweg: Lagerung, Auslieferung, Rücknahme, Reinigung, Qualitätssicherung, Pfandaktivierung, Umlaufhäufigkeit und – falls Gebinde ausgemustert und recycelt werden müssen – die genaue Begründung dafür. Jedes Gebinde ist mit einer eindeutigen serialisierten Kennung (QR-Code oder RFID) versehen, wodurch Betreiber die Systemleistung überwachen und sicherstellen können, dass Qualitätsstandards bei jedem Umlauf eingehalten werden.
Diese digitale Rückverfolgbarkeit ist nicht nur ein operativer Vorteil, sondern zunehmend eine gesetzliche Pflicht, da die PPWR erweiterte Transparenz- und Berichtspflichten zur Mehrwegleistung vorschreibt.
Verpackungssortiment und Bestellsysteme: Komplexität beherrschen
Mehrwegsysteme nutzen häufig mehrere Verpackungstypen wie Becher, Schalen und Deckel. Die Handhabung dieses Sortiments erfordert sowohl physische Standardisierung als auch digitale Koordination.
Die Standardisierung von Verpackungsformaten vereinfacht die Spülprozesse und verringert logistische Komplexität sowie den Lagerplatzbedarf. Gleichzeitig ermöglichen digitale Bestellsysteme den teilnehmenden Betrieben, genau den benötigten Bedarf anzufordern, was die Verfügbarkeit sichert und Überbestände verhindert. In TOMRAs Systemen bestellen Gastronomen über eine benutzerfreundliche Online-Plattform. Alle gelieferten Gebinde sind qualitätsgesichert, hygienisch einwandfrei und ihr individueller digitaler Code wird bei der Auslieferung für das Pfandsystem aktiviert.
Durch die Verknüpfung von Bestandsdaten mit Bestell- und Rücklaufflüssen können Reinigungszentren die Nachfrage präziser prognostizieren und optimale Lagerbestände halten. Dies verhindert Engpässe im laufenden Betrieb und vermeidet Überbestände, die unnötig Kapital binden.
Logistik: Verpackungen zuverlässig im Kreislauf halten
Die Logistik ist das Bindeglied zwischen Rücknahme, Reinigung und Wiederverteilung. Ohne eine funktionierende Logistik kann selbst die modernste Reinigungsanlage nicht wirtschaftlich arbeiten.
Rücknahmesysteme müssen gewährleisten, dass gebrauchte Gebinde schnell und verlässlich zurückgeführt werden – sei es über automatisierte Leergutrücknahme-Automaten oder über manuelle Abholungen. In Aarhus garantiert TOMRAs Netz von über 25 Automaten im Innenstadtbereich einen bequemen Zugang für Verbraucher, während in Lissabon die CopoMais-Rücknahmepunkte gezielt in Gegenden mit der höchsten Dichte an Bars und Cafés platziert sind.
Zur Optimierung der Logistik gehören eine präzise Tourenplanung und Koordination. Die Abstimmung von Abhol- und Lieferzeiten, die Bündelung von Transportströmen und die datengestützte Prognose von Rücklaufmengen sorgen für reibungslose Abläufe. In vielen Fällen umfasst die Logistik auch die Wartung und Reinigung der Rücknahmeinfrastruktur, damit die Automaten stets einsatzbereit und sauber bleiben.
Ebenso wichtig ist ein nachhaltiger Ansatz in allen Bereichen der Transportlogistik. In Aarhus werden für Auslieferung und Abholung Elektrofahrzeuge eingesetzt, ergänzt durch wiederverwendbare Transportboxen für die Gebinde und waschbare Sammelsäcke für die Rücknahmebehälter.

„Jeden Tag analysieren wir sowohl die eingehenden Bestellungen der Gastronomiepartner als auch die Rücklaufmengen an unseren automatisierten Rücknahmestationen. Auf dieser Basis erstellen wir den Tageseinsatzplan, um Verpackungen im gesamten Stadtgebiet auf dem effizientesten Weg auszuliefern und wieder einzusammeln.“
Qualitätssicherung und Pfandaktivierung: Vertrauen und Verlässlichkeit schaffen
Die Einhaltung höchster Hygienestandards ist die Grundvoraussetzung für das Vertrauen der Nutzer in Mehrwegsysteme. Qualitätssicherungsprozesse stehen daher im Mittelpunkt: Gebinde werden sowohl visuell als auch durch regelmäßige Tests auf die Einhaltung lebensmittelrechtlicher Vorgaben geprüft.
Nach TOMRAs Erfahrung entsteht Verbrauchervertrauen durch gleichbleibende, nachprüfbare Qualität. In einer Bürgerbefragung der Stadt Aarhus in Zusammenarbeit mit Epinion gaben 84 % der Befragten an, mit dem REUSEABLE-System zufrieden oder sehr zufrieden zu sein – und die Zufriedenheit stieg mit zunehmender Nutzungsintensität. Dies belegt: Wenn Verbraucher der Hygiene und Qualität der Mehrwegverpackungen vertrauen, stellt der zusätzliche Schritt der Rückgabe kein Hindernis für die Nutzung dar.
Neben der physischen Qualitätskontrolle ermöglichen digitale Systeme die lückenlose Verfolgung der Gebinde über ihren gesamten Lebenszyklus. Mechanismen zur Pfandaktivierung stellen sicher, dass jedes Gebinde registriert, überwacht und mit einem finanziellen Rückgabeanreiz verknüpft ist. Die TOMRA Reuse-Plattform bietet vollständige digitale Kontrolle über Betriebsdaten und Pfandflüsse, wobei die Serialisierung zur Aktivierung und Deaktivierung des Pfandwerts auf jedem einzelnen Mehrweggebinde genutzt wird.
Diese Systeme fördern nicht nur ein positives Nutzerverhalten, sondern verbessern auch das Bestandsmanagement und verringern Schwund. Durch die Kombination von physischer Inspektion und digitaler Kontrolle gewährleisten Betriebe Sicherheit und Transparenz im gesamten zirkulären Mehrwegsystem.
Inspektionen und behördliche Zulassungen: Agieren im regulatorischen Rahmen
Reinigungsanlagen unterliegen strengen gesetzlichen Auflagen, deren Einhaltung nicht verhandelbar ist. Von Zertifizierungen für Lebensmittelsicherheit über Umweltauflagen bis hin zu Arbeitsschutzvorschriften müssen Betreiber eine Vielzahl von Vorgaben vor und während des Betriebs erfüllen.
Die regulatorischen Rahmenbedingungen entwickeln sich dynamisch weiter. Die PPWR, die im Februar 2025 in Kraft trat und ab August 2026 gilt, führt harmonisierte EU-weite Regeln für Verpackungsnachhaltigkeit, Recyclingfähigkeit und Wiederverwendung ein. Für Reinigungsanlagen bedeutet dies, nicht nur bestehende Hygiene- und Umweltstandards zu erfüllen, sondern auch auf neue Dokumentations- und Berichtspflichten zur Mehrwegleistung vorbereitet zu sein. Die Verordnung fordert, dass alle auf dem EU-Markt bereitgestellten Verpackungen bis 2030 recyclingfähig sind, und gibt ehrgeizige Abfallreduktionsziele vor – 15 % pro Kopf bis 2040.
Ein frühzeitiger Dialog mit Aufsichtsbehörden beschleunigt Genehmigungsverfahren und minimiert Verzögerungsrisiken. Im laufenden Betrieb müssen lückenlose Dokumentationen geführt werden, um jederzeit auf Kontrollen und Audits vorbereitet zu sein.
Regelmäßige Mitarbeiterschulungen stellen sicher, dass alle Vorgaben verstanden und Protokolle strikt befolgt werden. Dieser kontinuierliche Compliance-Fokus sichert die betriebliche Integrität und das öffentliche Vertrauen – beides unverzichtbare Bausteine für den langfristigen Erfolg jedes Mehrwegsystems.
Optimierung für Effizienz und Nachhaltigkeit: Kontinuierliche Verbesserung
Die Optimierung ist mit der Inbetriebnahme einer Anlage nicht abgeschlossen – sie ist ein fortlaufender Prozess kontinuierlicher Verfeinerung und Weiterentwicklung.
TOMRAs zweijährige Praxiserfahrung mit REUSEABLE in Aarhus verdeutlicht dies eindrucksvoll. Eine Masterarbeitsstudie zur ökologischen Optimierung des REUSEABLE-Systems identifizierte mehrere Ansatzpunkte, darunter Verbesserungen der Sammelbehälter für mehr Robustheit und Benutzerfreundlichkeit, optimierte QR-Code-Gestaltung für eine leichtere Orientierung zu den Rücknahmestellen sowie ein skalierbares Modell für eine bundesweite Umsetzung. Solche iterativen Verbesserungen auf Basis realer Betriebsdaten machen den Unterschied zwischen einer guten und einer exzellenten Reinigungsanlage aus.
Effizienzgewinne lassen sich durch ein durchdachtes Hallenlayout, einen höheren Automatisierungsgrad und die Nutzung von Betriebsdaten erzielen, um Engpässe frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig reduzieren Nachhaltigkeitsmaßnahmen den ökologischen Fußabdruck erheblich – etwa durch Wasserrecycling, energiesparende Spültechnik und die Einbindung erneuerbarer Energien. Auch die Transportoptimierung ist zentral: Kürzere Strecken und effizientere Routen senken Kosten und Emissionen und stärken die Gesamtnachhaltigkeit des Systems.
Das übergeordnete Ziel besteht darin, die Anzahl der Umläufe pro Gebinde zu maximieren – in Aarhus haben einzelne Becher bereits über 40 Rotationen absolviert – und gleichzeitig den Ressourcenverbrauch über den gesamten Prozess hinweg auf ein Minimum zu reduzieren.
Fazit: Skalierung von Mehrweg durch optimierte Infrastruktur
Reinigungsanlagen sind das Herzstück skalierbarer Mehrwegverpackungssysteme. Wenn sie wirkungsvoll geplant und betrieben werden, ermöglichen sie eine reibungslose Zirkulation von Mehrweg-Take-away-Gebinden und unterstützen gleichermaßen wirtschaftliche und ökologische Ziele.
TOMRAs Erfahrungen bei stadtweiten Projekten in Aarhus und Lissabon sowie bei Großveranstaltungen in ganz Europa haben gezeigt, dass eine optimierte Reinigungsinfrastruktur nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern ein entscheidender Wettbewerbsvorteil ist. Mit mehr als 1,8 Millionen gesammelten Bechern allein in Aarhus und einer Rücklaufquote von 88 % ist das Betriebsmodell praxiserprobt und bereit für die Skalierung.
Wie Simon Rossau, Projektleiter für zirkuläre Verpackungssysteme bei der Stadt Aarhus, anlässlich der Auszeichnung des REUSEABLE-Systems mit dem European Reusable Award betonte:
„TOMRA war ein absolut integraler Bestandteil bei der Entwicklung und dem Betrieb dieses Systems ... Es ist enorm wichtig, diese öffentlich-private Partnerschaft bei der Entwicklung zirkulärer Systeme zu haben. Das eine funktioniert nicht ohne das andere.“ — Simon Rossau, Projektleiter, Stadt Aarhus
Durch die sorgfältige Berücksichtigung von Standort, Ausstattung, Betriebsabläufen, Logistik und Qualitätskontrolle können Betreiber Reinigungsanlagen in hocheffiziente Zentren verwandeln, die erfolgreiche Mehrwegprogramme tragen. Da sich Mehrwegsysteme in Städten und Regionen rasant verbreiten – beschleunigt durch die PPWR und wachsende Verbrauchernachfrage –, wird die Optimierung dieser Anlagen eine Schlüsselrolle dabei spielen, praxistaugliche und nachhaltige Kreislauflösungen bereitzustellen.