Das Bewusstsein für Plastikverschmutzung ist sprunghaft angestiegen – die Welt ist sich der Plastikmüllkrise bewusst geworden und es werden immer mehr Lösungen erforscht. Mit jeder Flasche und Dose, die durch Leergutrücknahme dem Recycling zugeführt wird, landet eine Verpackung weniger auf der Mülldeponie oder in unseren Straßen und Ozeanen, und es muss eine Verpackung weniger aus neuem Kunststoff hergestellt werden.
Über Plastikverschmutzung
Der Anstieg des Plastikmülls
Plastikverschmutzung hat immer weiter zugenommen, sodass wir nun vor einer Abfallkrise stehen. Die Menge an Plastikmüll, die jedes Jahr in den Ozeanen landet, entspricht einem Müllwagen pro Minute. Plastikmüll gelangt in unsere Umwelt und verstopft unsere Ozeane. In den Ozeanen befinden sich schätzungsweise 5,25 Billionen Teile Plastikmüll. Wenn das so weitergeht, wird die Menge an Plastik im Meer bis 2050 die Menge an Fischen übersteigen. Von den 78 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen, die jährlich produziert werden, werden nur 14 % recycled. Entscheidend ist, dass nur 2% aller Kunststoffverpackungen der Welt in einem „geschlossenen Kreislauf“ recycelt werden, in dem das Material erneut für dieselbe oder eine ähnliche Art von Verpackung verwendet werden kann. 86% der Kunststoffverpackungen landen derzeit auf Mülldeponien und in Verbrennungsanlagen oder als Abfall auf der Straße und in der Umwelt.¹
Die Auswirkungen von Plastik-verschmutzung
Die Auswirkungen von Plastik, das in die Umwelt gelangt, geben Anlass zu großer Sorge. Die Plastikverschmutzung der Ozeane hat nicht nur verheerende Auswirkungen auf unsere Küsten und die Tierwelt. Mikroplastik, das von Meeresbewohnern konsumiert wird – und die damit verbundenen Chemikalien – gelangen über die Nahrungskette auch zum Menschen. Der durchschnittliche Mensch isst mittlerweile jede Woche Plastik im Gesamtgewicht einer Kreditkarte², und die Auswirkungen auf die menschliche Physiologie sind noch nicht bekannt. Mikroplastik wurde in Trinkwasser und Bier nachgewiesen und fällt sogar im Regen.³
Getränkeverpackungen
Einen Riegel vorschieben
Jährlich werden 500 Milliarden Getränkeflaschen aus Kunststoff produziert. Sie gehören zu dem am häufigsten vorkommenden, herumfliegenden Müll und es wird geschätzt, dass es 450 Jahre dauert, bis eine Plastikflasche in der Natur zersetzt wird. Die gute Nachricht ist, dass die meisten Plastikflaschen aus PET und HDPE bestehen, bei denen es sich um hochgradig recycelbare Materialien handelt. In dieser Hinsicht sollte Kunststoff nicht als Einwegprodukt betrachtet werden, sondern als wertvolle Ressource, die immer wieder verwendet werden kann, wenn die Verpackungen auf die richtige Weise recycelt werden.

Auswirkung von Pfandrückgabe und Leergutrücknahme
Das Getränk kaufen, aber die Verpackung ausleihen
Pfandsysteme
Pfandsysteme (auch als Leergutrücknahmesysteme bekannt) funktionieren, indem sie zum Preis eines Getränkes einen Pfand hinzufügen, der einem Kunden erstattet wird, wenn er die leere Flasche oder Dose zum Recycling zurückgibt. Plastikflaschen gelten häufig als Zeichen für eine Wegwerfgesellschaft. Wenn man ihnen einen finanziellen Wert gibt, signalisiert dies, dass sie als Ressource auch einen Wert für die Gesellschaft haben. Pfandsysteme werden in der Regel durch Gesetze eingerichtet, die von Landes- oder nationalen Regierungen verabschiedet werden. Die europäische durchschnittliche Sammelquote für Getränkeverpackungen aus PET-Kunststoff zusammen mit dem Haushaltsmüll beträgt 47%, gegenüber 94% für Pfandsysteme.⁴ Der Anteil des Mülls aus Getränkeverpackungen am gesamten Müll ist in Regionen mit einem Pfandsystem um 66% geringer.⁵ Pfandsysteme werden als Lösung für die Herausforderung des Plastikmülls bewertet, da sie eine Sammelquote von bis zu 98% für geeignete Getränkeverpackungen erreichen.
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Leergutrücknahme
Leergutrücknahme-Automaten sind eine Schlüsseltechnologie bei der Umsetzung von Pfandsystemen. Menschen geben leere Getränkeverpackungen wie Flaschen und Dosen zum Recycling ab und bekommen Ihren Pfand zurück. Leergutrücknahme-Automaten sind eine automatisierte Möglichkeit, Verpackungen zu sammeln, zu sortieren und die Rückgabe zu handhaben. Leergutrücknahme-Automaten scannen die Barcodes, Materialien oder Formen der Verpackungen, um die Verpackungsart zu identifizieren und den korrekten Pfand zurückzugeben. Anschließend sortiert der Automat die Verpackungen in verschiedene Arten, z. B. indem er Mehrwegverpackungen in einen Lagerbereich transportiert und Einwegverpackungen kompaktiert. Leergutrücknahme-Automaten kommen Kunden und Niederlassungen, die Flaschen und Dosen sammeln, zugute, indem sie das Recycling effizienter und angenehmer gestalten. Und sie kommen der Umwelt zugute, indem sie die Verpackungsmaterialien „im Kreislauf halten“.
Schließen Sie den Kreislauf
Clean Loop Recycling
Jedes Mal, wenn eine Verpackung recycelt wird, können ihre Materialien zur Herstellung einer neuen Verpackung verwendet werden, wodurch die Menge der benötigten Ressourcen und die Menge des auf Deponien entsorgten Abfalls reduziert werden. Wenn eine Flasche zum Recycling an einen Rücknahmeautomaten zurückgegeben wird, wird sie von anderen Abfallarten getrennt aufbewahrt, wodurch Verunreinigungen vermieden werden, die das Recycling komplexer und kostspieliger machen können. Da die Materialien rein und hochwertig bleiben, können sie immer wieder in eine neue Verpackung umgewandelt werden. Das Material kann in einem geschlossenen „Kreislauf“ bleiben, anstatt weggeworfen oder in minderwertige Anwendungen umgewandelt zu werden, die nicht wieder recycelt werden können, wie etwa eine Parkbank („Downcycling“). Außerdem müssen keine neuen Ressourcen für die Herstellung neuer Verpackungen, wie z. B. Öl für Plastikflaschen, gewonnen werden. TOMRA nennt dies „Clean Loop Recycling“ und wir sind bestrebt, Verpackungen im Kreislauf und außerhalb von Straßen und Ozeanen zu halten. Je mehr wir in den Clean Loop einbringen, desto weniger stehlen wir dem Planeten.
Welche Rolle können Sie spielen?
Jeder kann seinen Beitrag leisten, dass Plastik nicht in unsere Gewässer und Umwelt gelangt. TOMRA sammelt jährlich über 45 Milliarden Getränkeverpackungen durch seine 80.000 installierten Leergutrücknahme-Systeme in mehr als 60 Märkten. Wir unterstützen jedoch nur dabei: Es sind die Anbieter von Leergutrücknahmen und die Kunden, die dies wirklich möglich machen. Es gibt unzählige Beispiele dafür, wie sich Plastikmüll auf das Leben an Land und im Meer auswirkt. Es gibt keine Patentlösung für das Problem, aber für eine bessere Zukunft unserer Erde müssen wir Innovationen entwickeln und neue Lösungen umsetzen, die uns beim Umgang mit Plastikmüll helfen. Pfandrückgabe- und Leergutrücknahmetechnologien geben politischen Entscheidungsträgern, Einzelhändlern und Kunden die Möglichkeit, ihren Teil beizutragen und einen Beitrag zur Reduzierung des Plastikmülls zu leisten. Die 45 Milliarden Verpackungen, die TOMRA jedes Jahr einsammelt, stellen nur 3 % der verkauften Verpackungen dar. Gemeinsam können wir also noch viel mehr tun, um zu verhindern, dass Verpackungen dort landen, wo sie nicht hingehören.
Bestimmungen
Regierungen erlassen Gesetze, entwerfen und richten Pfandysteme ein. Die Struktur eines Systems kann über seinen Erfolg bei der Steigerung der Rückgabequoten und der Bekämpfung des Plastikmülls entscheiden. Daher ist die Einrichtung des richtigen Systems von entscheidender Bedeutung.
Einzelhändler und Rückgabestellen
Einzelhändler und Recyclingzentren spielen eine zentrale Rolle für den Erfolg des Recyclings von Verpackungen. Als Verkäufer oder Rückgabestelle für Getränkeverpackungen sind sie der sichtbarste und wichtigste Teil jedes Pfandsystems. Ihr Standort hält Verpackungen im Kreislauf.
Recyclers
Die Verbrauchernachfrage hat Umweltinitiativen vorangetrieben, und Recycler können sicher sein, dass ihre Verpackungen bei der Rückgabe über einen Leergutrücknahme-Automaten die beste Ausgangslage für das Recycling erhalten. Ihre kleine Handlung hat eine große Wirkung.
Wissenszentrum Plastikverschmutzung
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2 "No plastic in nature: Assessing plastic ingestion from nature to people," WWF. 2019.
3 "Plastic rain in protected areas of the United States," Science. 2020.
4 DRS: Derived from GlobalData sales and redemption data from European deposit system operators. 2019. Available upon request. Curbside: “PETCORE Europe Presentation 2020,” Eunomia. 2020.
5 “Understanding the effects of marine debris on wildlife,” CSIRO. 2014.