MATIQ und TOMRA setzen neue Maßstäbe für Transparenz und Kontrolle in der MRF-Anlage Sheffield

Die MATIQ Group Ltd. (MATIQ), ein unabhängiges Recyclingunternehmen aus Sheffield, Großbritannien, hat sich zum Ziel gesetzt, eine der weltweit modernsten Sortieranlagen zu betreiben. Um eine vollständige Transparenz über den gesamten Sortierprozess hinweg zu erreichen, hat das Unternehmen seine Materialrückgewinnungsanlage (MRF) in der Garter Street mit 14 TOMRA AUTOSORT™-Einheiten, 14 Analysesystemen von PolyPerception sowie digitalen Lösungen von TOMRA ausgestattet. Die Anlage verfügt über eine Kapazität von bis zu 250.000 Tonnen pro Jahr. Gemeinsam liefern die Technologien Echtzeitdaten zur Optimierung der Anlagenleistung, Qualitätssicherung und Prozesskontrolle.


Die früher unter dem Namen Direct Special Metals bekannte, schnell wachsende Unternehmensgruppe firmierte im Juni 2026 unter dem Namen MATIQ neu. An ihren Standorten in Sheffield, Gateshead und Grimsby verarbeitet sie kommunale sowie gewerbliche und industrielle Wertstoffe für Kunden aus dem öffentlichen und privaten Sektor. Bis 2029 strebt MATIQ eine Verarbeitungskapazität von einer Million Tonnen pro Jahr im Vereinigten Königreich an.

Am Hauptsitz in der Garter Street werden gemischte Wertstoffe aus haushaltsnahen Sammelsystemen sowie aus Gewerbe- und Industriequellen aus Nordengland und den Midlands sortiert. Die Anlage trennt das Material in zehn Ziel-Fraktionen, darunter Papier- und Faserstoffe, Kunststoffe sowie Metalle, die anschließend an Verwerter im Vereinigten Königreich und international vermarktet werden. Nicht recycelbare Reststoffe werden zu Ersatzbrennstoffen und Sekundärbrennstoffen aufbereitet und entgehen damit einer Deponierung.

TOMRA Local Control auf zwei Monitoren mit Echtzeit-Prozessdaten, Analysegrafiken und Anlagensteuerung in einer industriellen Sortierumgebung.
Heute geht es bei der Sortierung um Transparenz und Kontrolle, nicht nur um Erkennung.
Ein PolyPerception-Abfallanalysator wurde über einem Förderband in der Materialrückgewinnungsanlage von MATIQ in Sheffield installiert und ermöglicht die Analyse der Abfallzusammensetzung und die Qualitätskontrolle in Echtzeit.
14 von PolyPerceptions Abfallanalyse-Systemen sind an zentralen Punkten der Anlage installiert.

Höhere Qualitätsanforderungen und neue regulatorische Vorgaben

Betreiber von Materialrückgewinnungsanlagen (MRFs) im Vereinigten Königreich stehen vor strengeren Qualitätsanforderungen seitens Kunden und Regulierungsbehörden. Verwerter und Kommunen erwarten Konsistenz, und die zulässigen Störstoffanteile wurden für alle von MATIQ produzierten Fraktionen reduziert. Auch die britische erweiterte Herstellerverantwortung für Verpackungen (EPR) und die englische Reform Simpler Recycling, die die Sammlung von Wertstoffen aus Haushalten und Unternehmen standardisieren, verändern die Zusammensetzung der in MRFs eingehenden Materialien. Dadurch erwarten Kunden zunehmend detaillierte Daten darüber, welche Materialien enthalten sind und wie sie verarbeitet werden.

Anthony Holley, Chief Executive Officer von MATIQ, erklärt: „Kunden wollen belastbare Daten statt bloßer Zusicherungen. Wir können heute für jede Fraktion aufzeigen, welche Materialien enthalten waren und wie hoch der Störstoffanteil war. Zudem können wir transparent darstellen, was wir zurückgewonnen haben, in welcher Qualität und welche Mengen zu Ersatzbrennstoffen oder Sekundärbrennstoffen verarbeitet wurden. Als unabhängiges mittelständisches Unternehmen können wir uns nicht allein über Mengen differenzieren. Präzision, Ausbeute und Daten sind die Bereiche, in denen wir uns abheben. Deshalb haben wir sowohl in die Sortiertechnologie als auch in die präzise Messung ihrer Leistung investiert.“

Sortierung und Materialanalyse in einem Prozess

Seit der Inbetriebnahme der Anlage Anfang 2025 setzt Garter Street auf die AUTOSORT™-Technologie von TOMRA. Die Qualitätskontrolle erfolgte bislang jedoch durch regelmäßige manuelle Stichproben. Dadurch blieb die genaue Materialzusammensetzung zwischen den Proben weitgehend unbekannt, und Probleme bei eingehenden Materialströmen wurden oft erst erkannt, nachdem das Material bereits verarbeitet worden war.

Im September 2026 erweiterte MATIQ die Anlage um drei AUTOSORT™-Einheiten und erhöhte damit die Gesamtzahl auf 14. Zusätzlich installierte das Unternehmen entlang der gesamten Sortierlinie 14 PolyPerception Waste Analyzer. AUTOSORT™, TOMRAs multifunktionales Sortiersystem für unterschiedlichste Anwendungen, ist speziell darauf ausgelegt, komplexe und gemischte Materialströme auch bei hohen Durchsatzmengen zuverlässig zu verarbeiten.

Die 14 Abfallanalyse-Systeme sind an zentralen Stellen in der Anlage installiert und erfassen sowohl das Eingangsmaterial als auch die sortierten Materialströme. Mithilfe von Kameras analysieren und klassifizieren sie die Materialien auf den Förderbändern in Echtzeit. So erhält MATIQ kontinuierliche Einblicke in die Materialzusammensetzung, Rückgewinnungsraten und Materialverluste. PolyPerception, an dem TOMRA mit 51 % beteiligt ist, hat kürzlich eine neue KI-Plattform eingeführt, die diese Daten in operative Erkenntnisse umwandelt. Anlagenbediener können damit in natürlicher Sprache mit dem System „chatten“ und zum Beispiel herausfinden, wie sich Änderungen an den Einstellungen der Sortierlinie auf die Materialreinheit ausgewirkt haben. Darüber hinaus können sie den Materialstrom gezielt nach Störstoffen wie Batterien oder E-Zigaretten durchsuchen.

„Die Technologie von TOMRA und die umfassende Unterstützung durch das Team haben sich bereits in britischen MRFs unserer Größenordnung bewährt“, sagt Holley. „Wir brauchten eine Lösung, die Woche für Woche zuverlässig 4.000 Tonnen verarbeitet. Mit PolyPerception wollten wir die Materialströme kontinuierlich und objektiv überwachen, statt sie nur punktuell durch manuelle Stichproben zu prüfen. Wer Qualität gegenüber Kunden oder Behörden nachweisen will, braucht belastbare Daten.“

Person nutzt die PolyPerception-Software in einer Recyclinganlage zur Analyse von Materialströmen und zur Überwachung von Verunreinigungen.
MATIQ kann heute genau nachweisen, was im Material enthalten war und wie hoch der Störstoffanteil ist.
Innenansicht der MATIQ-Müllerneuerungsanlage in Sheffield mit TOMRA AUTOSORT™ Sortieranlagen, Förderbändern und automatisierten Recyclinganlagen für die Materialrückgewinnung mit hohem Durchsatz.
MATIQ verfolgt die Vision, eine der weltweit fortschrittlichsten Sortieranlagen zu betreiben.

Echtzeit-Einblicke und zentrale Steuerung

Neben der Abfallanalyse profitiert MATIQ von den digitalen Lösungen von TOMRA. Mit TOMRA Local Control lassen sich alle AUTOSORT™-Systeme von einer zentralen Stelle aus kontrollieren. Statusmeldungen, Alarme und Leistungsübersichten stehen für jede Maschine in Echtzeit verfügbar, während Einstellungen und Sortierprogramme über die Plattform anlagenweit angepasst werden können. TOMRA Insight, die cloudbasierte Datenplattform von TOMRA, unterstützt die datenbasierte Optimierung und Überwachung der Systemleistung. Das Team von MATIQ kann ortsunabhängig auf die Dashboards und individuell konfigurierbaren Berichte von Insight zugreifen. Darüber hinaus ermöglicht die Plattform den Serviceingenieuren von TOMRA den Fernzugriff auf Maschinendaten. So können potenzielle Probleme frühzeitig erkannt und Wartungsmaßnahmen geplant werden, bevor Störungen zu Ausfallzeiten führen. Zusätzlich setzt MATIQ auf ein TOMRA Servicepaket.

„Unsere Mitarbeitenden sehen alle Sortiersysteme auf einem Bildschirm und können die gesamte Linie zentral vom Kontrollraum aus steuern“, sagt Holley. „Wir können schneller reagieren und unsere Teams verbringen weniger Zeit damit, zwischen den einzelnen Anlagen unterwegs zu sein. Mit TOMRA Insight haben sowohl wir als auch TOMRAs Serviceingenieure Einblicke in die Leistung jeder Maschine. Wir können mögliche Probleme früh erkennen und Wartungen planen, bevor Ausfälle entstehen.“

Mehr Intelligenz für vollständige Rückverfolgbarkeit

Die Echtzeitdaten von PolyPerception ermöglichen es MATIQ, Veränderungen in der Materialzusammensetzung während des laufenden Betriebs zu erkennen. Gelangt eine minderwertige Charge in die Anlage, kann sie bereits auf dem Förderband identifiziert werden. Über TOMRA Local Control lassen sich die Sortierer anschließend anhand der gemessenen Daten unmittelbar anpassen.

Die Analysedaten bilden zugleich die Grundlage für die Waste-Intelligence-Berichte von PolyPerception. Die Plattform automatisiert die Probenahme und erstellt auditfähige Nachweise der Outputqualität. Damit unterstützt sie die 2024 aktualisierten britischen Leitlinien zur Probenahme in Sortieranlagen in England, deren Einhaltung von der Environment Agency überwacht wird. Die Leitlinien erlauben den Einsatz KI-gestützter visueller Analysen, sofern repräsentative Ergebnisse nachgewiesen werden können. Für kommunale Kunden liefern die Berichte zudem eine detaillierte Aufschlüsselung ihrer Materialströme und Rückgewinnungsraten, die sich zur Überprüfung vertraglich vereinbarter Zielvorgaben nutzen lassen.

Höhere Standards für unabhängige MRFs

Das Projekt unterstützt zugleich die langfristige Strategie von MATIQ, transparente und nachvollziehbare Recyclingdienstleistungen mit messbaren Ergebnissen anzubieten. Die Grundlage dafür ist die kontinuierliche und präzise Materialanalyse. Mit der Garter-Street-Anlage will MATIQ zudem beweisen,  dass auch ein unabhängiger Betreiber neue Maßstäbe bei Transparenz und Nachweisbarkeit in der Branche setzen kann.

Gavin Russell, Area Sales Manager UK bei TOMRA Recycling, ergänzt: „MATIQ hat erkannt, dass es bei der Sortierung heute nicht mehr nur um die Identifikation von Materialien geht, sondern um Transparenz und Kontrolle entlang des gesamten Prozesses. Bei TOMRA teilen wir diese Überzeugung und haben MATIQ nur zu gerne bei der Umsetzung dieser ambitionierten Pläne unterstützt. Durch die Kombination der Sortier- und Digitallösungen von TOMRA mit der kontinuierlichen Materialanalyse von PolyPerception verfügt MATIQ heute über die Datenbasis, um den Betrieb effizienter zu gestalten, Verarbeitungskosten zu senken und die Qualität der Outputströme nachzuweisen. Da Kunden und Regulierungsbehörden zunehmend belastbare Nachweise verlangen, wird dieser Ansatz für Anlagenbetreiber immer wichtiger.“

Holley fasst zusammen: „Von Beginn des Projekts an hat TOMRA verstanden, was wir erreichen wollten. TOMRA hat nicht einfach nur Maschinen geliefert, sondern Sortierung, Materialanalyse und digitale Anlagensteuerung für uns zusammengeführt. Auch nach der Inbetriebnahme steht uns das Team weiterhin zur Seite – mit Serviceleistungen und indem sie uns bei der Nutzung unserer Daten helfen, um auch langfristig die bestmögliche Anlagenleistung zu erhalten. Diese Unterstützung gibt uns die Sicherheit, die wir für einen zuverlässigen Betrieb im Alltag brauchen.“

Erfahren Sie mehr über TOMRA AUTOSORT™ und den PolyPerception Abfallanalysator.