TOMRA setzt sich für eine Welt ein, in der bis 2030 40 % der Post-Consumer-Plastikverpackungen für Recyclingzwecke gesammelt und 30 % in einem geschlossenen Kreislauf recycelt werden.

Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen und der Plastikverschmutzung ein Ende zu setzen, müssen mit sofortiger Wirkung bewährte Abfallentsorgungs- und Recyclingsysteme eingeführt werden. Das UN-Abkommen gegen Plastikverschmutzung hat das Potenzial, die Einführung dieser Systeme zu beschleunigen, die Plastikkrise in großem Maßstab anzugehen und den Weg zu einer Kunststoff-Kreislaufwirtschaft zu ebnen.

Im März 2022 verabschiedete die Umweltversammlung der Vereinten Nationen (UNEA) eine historische Resolution zur Entwicklung eines internationalen, rechtsverbindlichen Instruments gegen die Plastikverschmutzung, einschließlich in der Meeresumwelt.

In der Resolution wurde der Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) dazu aufgefordert, einen zwischenstaatlichen Verhandlungsausschuss (Intergovernmental Negotiating Committee, INC) einzuberufen, um „das Instrument“ zu entwickeln. Dieses sollte auf einem umfassenden Ansatz basieren und den gesamten Kunststoff-Lebenszyklus abdecken, einschließlich Produktion, Design und Entsorgung.

Der Verhandlungssauschuss nahm im zweiten Halbjahr 2022 seine Arbeit auf, mit dem Ziel, die Verhandlungen bis Ende 2024 abzuschließen. Die erste Sitzung des Ausschusses (INC-1) fand vom 28. November bis 2. Dezember 2022 in Punta del Este, Uruguay, statt, gefolgt von einer zweiten Sitzung (INC-2) in Paris vom 29. Mai bis 2. Juni 2023. Die dritte Sitzung (INC-3) ist jetzt für den 13. bis 19. November 2023 am Sitz der UNEP in Nairobi, Kenia, geplant.

TOMRA ist aktives Mitglied der Business Coalition for a Global Plastics Treaty, die von der Ellen MacArthur Foundation und dem World Wildlife Fund gefördert wird. Sie lädt alle Branchenakteure, Fachleute, NGOs und Regierungsorganisationen, die sich für ein ehrgeiziges UN-Abkommen gegen Plastikverschmutzung einsetzen, zur Zusammenarbeit ein. 

Übersicht über TOMRAs Empfehlungen

Gewährleistung des Zugangs zu einer effizienten und bequemen Abfallsammlung für alle Menschen in allen Regionen als universelles Menschenrecht. Ein weltweiter Zugang zur Abfallsammlung und -entsorgung ist unerlässlich, um eine Vermüllung der Natur zu vermeiden und illegale Mülldeponien und die offene Verbrennung von Müll zu verhindern.  
Förderung von Wiederverwendungsmodellen durch Festlegung von Zielen für bestimmte Kategorien, wie Verpackungen für Take-away-Essen und Getränke, sowie durch Einführung von finanziellen Anreizen einen Wechsel von Einweg- zu Mehrweg-Verpackungen herbeiführen, wo immer dies mit Vorteilen für die Umwelt verbunden ist. Dies trägt zu einem ressourceneffizienteren Kunststoffverbrauch bei. 
Sicherstellung von ambitionierten und verbindlichen Recyclingzielen für leistungsstarke Systeme, die realistische Zeitvorgaben für alle Staaten abhängig von ihrem jeweiligen Entwicklungsstadium vorsehen. Für Kunststoffverpackungen sollte eine Recyclingquote von mindestens 55 % festgelegt werden. Dies gewährleistet, dass für wirksame Initiativen zur Schaffung einer nachhaltigen Kunststoff-Kreislaufwirtschaft Mittel aufgewendet werden.
Einführung einer gut durchdachten erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) für Kunststoffverpackungen. Eine verbindliche erweiterte Herstellerverantwortung stellt einen langfristigen und nachhaltigen Finanzierungsmechanismus für Investitionen in die zur Sammlung, zur Sortierung sowie zum Recycling von Kunststoffabfällen notwendigen Infrastruktur dar, und schafft Anreize für Hersteller, ihre Verpackungen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit auszuwählen und zu entsorgen.
Einführung eines gut konzipierten Pfandsystems für Getränkeverpackungen in Verbindung mit einem getrennten Sammelziel von 90 %. Als zielgerecht ausgestaltetes EPR-System mit voller Kostentragung verringert ein Pfandsystem die Menge an Kunststoff, der in der Natur landet (ca. 20–25 % aller Abfälle im Meer sind auf Getränkeverpackungen zurückzuführen) und fördert die Zirkularität mit einem Bottle-to-Bottle-Recycling, das nachweislich über ein Potenzial von 80 % verfügt. 
Einführung von gut konzipierten EPR-Vorschriften für Textilien zur verstärkten Sammlung, Sortierung und Wiederverwendung von Textilien sowie für den Ausbau einer Recyclinginfrastruktur, damit der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft für Textilien beschleunigt werden kann. Polyester macht heute mehr als 50 % des weltweiten Fasermarktes aus und weniger als 1 % unserer Bekleidung wird zu neuer Bekleidung recycelt. 
Einführung von rechtlichen Maßnahmen, die eine effektive Sortierung von Mischabfällen vor der Verbrennung gewährleisten, einschließlich der Einführung einer wirksamen CO2-Steuer auf die Kunststoffverbrennung. Zudem sollte die Energierückgewinnung aus Kunststoff nicht auf die Erreichung von Recyclingzielen angerechnet und nicht als erneuerbare Energie definiert werden. Die Sortierung von Mischabfällen ist wichtig, um so viel Kunststoff wie möglich für das Recycling zurückzugewinnen. Eine hohe Rückgewinnung steigert Recyclingquoten in der Regel um das 2- bis 5-fache. Darüber hinaus trägt diese Lösung dazu bei, den CO2-Ausstoß zu senken, da sie die Verbrennung von Kunststoffen verhindert. Durch jede Tonne Kunststoff, die verbrannt wird, werden rund 2,5 t CO2 freigesetzt. 
Einführung von rechtlichen Maßnahmen, die eine wirksame Sortierung von Mischabfällen vor der Lagerung auf Deponien gewährleisten, wie der Einführung einer Deponiesteuer für Kunststoff oder des Verhängens von Verboten, wenn eine andere Abfallbehandlung verfügbar ist. Die Sortierung von Mischabfällen ermöglicht die Rückgewinnung von Kunststoff, bevor er auf der Mülldeponie landet und für das Recycling somit verloren geht, und hält diese Ressource so lange wie möglich im Umlauf.
Einführung von rechtlichen Maßnahmen, die ein geschlossenes – oder qualitativ hochwertiges – Recycling gewährleisten, wie Zielvorgaben für den Recyclinganteil, finanzielle Anreize für die Nutzung von recyceltem Kunststoff sowie strenge Ausfuhr- und Einfuhrkontrollen für Abfälle und recycelten Kunststoff. Dies fördert das Ökodesign und führt zu einer Optimierung entlang der gesamten zirkulären Wertschöpfungskette.
Sicherstellung, dass unabhängige Institutionen die transparente Berichterstattung und Messung von Zielerreichungen auf Basis klar definierter globaler Branchenstandards kontrollieren. Die weltweite Angleichung und Schaffung effizienter Systeme sorgt für gleiche Rahmenbedingungen für alle Akteure und fördert echten Fortschritt.
UN-Abkommen gegen Plastikverschmutzung

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