Aufbau einer Kreislauftextilindustrie in Amerika
Der durchschnittliche US-Verbraucher wirft im Jahr mehr als 35 kg Textilien weg. Wie können wir diese Herausforderung in eine Chance verwandeln? TOMRA hat sich mit Accelerating Circularity und Goodwill Industries zusammengetan, um gemeinsam mit US-amerikanischen Branchenexperten nach Lösungen zu suchen.
Die Textilindustrie ist für 3 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Jedes Jahr werden über 100 Milliarden Kleidungsstücke hergestellt. Weniger als 1 % wird zu neuen Textilien recycelt, und in den USA landen 85 % auf der Mülldeponie oder in der Verbrennung. Emissionen, Abfälle und Überproduktion – diese Probleme nehmen täglich zu. Der weltweite Überkonsum von Textilien führt zu einer beispiellosen Umweltkrise. Wie können wir diese Herausforderung in eine Chance verwandeln?
Treffen von US-Textilexperten in North Carolina
Um diese wichtige Frage zu klären, haben Accelerating Circularity, TOMRA und Goodwill Industries Vertreter aus der gesamten US-Textilindustrie zusammengebracht: Marken, Hersteller, Sammler, Sortierer und Recycler wurden nach North Carolina eingeladen – eine historische Region für die US-amerikanische Textilindustrie. Die Carolinas (North und South Carolina) sind auf dem besten Weg, eine führende Rolle bei der Kreislaufwirtschaft für Textilien in den USA zu spielen.
Zwei Tage im Zeichen von Zusammenarbeit, Wiederverwertung und Recycling
Die zweitägige Bildungsreise begann mit einer Besichtigung der Einrichtungen von Goodwill Industries in North Carolina, wobei der Schwerpunkt auf der Sammlung von Textilien und der manuellen Sortierung zur Wiederverwertung lag. Wiederverwertung ist ein wichtiger Schritt, um die Lebensdauer von Textilien zu verlängern und unseren Verbrauch zu senken. Goodwill Industries ist ein soziales Unternehmen, das Berufsausbildung, Arbeitsvermittlung und andere gemeinschaftsbasierte Programme anbietet. Es besteht aus einem Netzwerk unabhängiger gemeinschaftsbasierter Organisationen in den USA und Kanada sowie in mehreren internationalen Märkten.
TOMRA lud Branchenvertreter in die Zentrale von TOMRA Sorting America ein, wo wir demonstrierten, wie unsere automatisierte Sensortechnologie Textilien nach Material und Farbe sortiert. Die automatisierte Sortierung ist entscheidend für das Recycling von Textilien, die nicht mehr wiederverwendet oder repariert werden können.
Regelungen zur Förderung der Zirkularität
Um nachhaltige zirkuläre Geschäftsmodelle zu ermöglichen, sind in der Regel regulatorische Eingriffe erforderlich, die die Anreize der etablierten linearen Wirtschaftssysteme verändern. Die Einführung von Systemen der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien wird als wichtiges Instrument zur Förderung der Kreislaufwirtschaft angesehen. Zusammen mit den obligatorischen Anforderungen an den Recyclinganteil sind EPR-Systeme wichtig, um zur Finanzierung der Infrastruktur, des Material- und Datenflusses beizutragen, die erforderlich sind, um Fasern in einem geschlossenen Kreislauf zu halten.
Mit der Unterzeichnung des kalifornischen EPR-Gesetzes im September dieses Jahres wird der größte US-Bundesstaat wichtige Vorschriften einführen, um die Umstellung zu ermöglichen.
Auf dem Weg zu mehr Zirkularität für US-Textilien
Die Umgestaltung der Textilindustrie erfordert die Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg, die Erforschung neuer Geschäftsmodelle, die Einführung von Technologien und die Weiterentwicklung von Recyclingtechnologien, um vorhandene und ausrangierte Fasern in Produkte mit produktivem Nutzwert umzuwandeln – oder in Sekundärmaterialien, die wiederum eine nachhaltigere Textilindustrie versorgen können.
In TOMRAs Whitepaper „Transformation von Textilien“ finden Sie einen umfassenden Überblick über unsere Grundüberzeugungen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft bei Textilien.
Wir müssen es den Menschen leichter machen, etwas Besseres aus ihren Textilien zu machen.
– Raymond Randall, Waste Management
Gemeinsam erforschen wir innovative Wege, um die Textilabfallkrise durch Zusammenarbeit, Technologie und gemeinsame Visionen zu bewältigen. Die Antwort ist eindeutig: wir müssen die Lebensdauer unserer Textilien verlängern.
– Mari Larsen Sæther, Recycling Lead