Effektive Pfandsysteme berücksichtigen die heute auf dem Markt verkauften Getränke. Dies bedeutet, dass die Art des Getränks sowie die Größe und das Material, aus dem die Verpackung besteht, berücksichtigt werden müssen. Das in einem Pfandsystem enthaltene Material – wie Kunststoff, Metall, Glas und Getränkekartons und – ist gesetzlich festgelegt. Politische Entscheidungsträger konzentrieren sich in der Regel auf die von Herstellern üblicherweise verwendeten Getränkeverpackungen und berücksichtigen die Recycelbarkeit von Verpackungsmaterialien.
Welche Materialien sind in Pfandsystemen enthalten?
Im Kreislauf
Die gängigsten Materialien in Pfandystemen sind Kunststoff, Dosen (Aluminium und Stahl) und Glas. Mehere Programme umfassen auch Getränkekartons (Kartons) und Mehrwegverpackungen. Schon das Weglassen einer Sorte könnte dazu führen, dass Millionen von recycelbaren Verpackungen verschwendet und möglicherweise weggeworfen werden. Eine breite Palette akzeptierter Materialien verringert die Verwirrung der Verbraucher bezüglich der geeigneten Verpackungen, fördert so eine stärkere Beteiligung der Öffentlichkeit am Pfandsystem und bedeutet, dass mehr recycelbare Materialien Teil des Clean-Loop-Recycling-Systems werden.
Überlegungen zu Getränkeverpackungen
• Einfache Recycelbarkeit: Ein effektives Pfandsystem sollte möglichst viele Materialien umfassen, da die meisten Getränkeverpackungsmaterialien recycelbar sind, was eine niedrige Schwelle für Recycling darstellt. • Gleiche Bedingungen: Die Einbeziehung aller Verpackungsarten schafft faire Wettbewerbsbedingungen für Getränkehersteller. Andernfalls besteht das Risiko, dass Verbraucher auf Verpackungsarten umsteigen, die nicht in das Pfandsytem einbezogen wurden, um wahrgenommene Preissteigerungen zu vermeiden. • Soziale Verantwortung der Unternehmen: Nachhaltigkeit steht ganz oben auf der öffentlichen Agenda und Verbraucher achten mehr denn je auf die Umweltfreundlichkeit von Unternehmen. Die Beteiligung am Pfandsystem trägt zu den Zielen in Bezug auf den Recyclinganteil und die Umweltverpflichtungen bei. • Potenzial der Technologie: Die heutige Leergutrücknahmetechnologie kann alle Arten von Getränkeverpackungen handhaben. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, was gesammelt werden kann – selbst neue Materialien zukünftiger Recyclingsysteme.
Breites Spektrum an Getränken und Getränkeverpackungen
Anreize für die Rückgabe von Getränkeverpackungen schaffen
Die Bedeutung der getrennten Sammlung
Verpackungsmaterialien: eine Aufschlüsselung
Erfahren Sie im Folgenden mehr über die gängigsten Getränkeverpackungsmaterialien in Pfandystemen, wie diese Materialien recycelt werden und wie dies dazu beiträgt, Abfall zu vermeiden und eine Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.
Kunststoff
Recycelbarkeit von Kunststoff
Getränkeflaschen aus Kunststoff bestehen in der Regel aus PET (Polyethylenterephthalat) oder HDPE (hochdichtes Polyethylen). Hergestellt aus Erdöl, einem fossilen Brennstoff, benötigt man einen Viertelliter Öl, um eine einzige 1-Liter-Wasserflasche aus Neuplastik herzustellen.⁴ Und wenn jede Minute über eine Million Plastikflaschen verkauft werden⁵, ist die Gesamtmenge an Öl enorm. Allerdings handelt es sich bei PET und HDPE um hochgradig recycelbare Materialien und Ressourcen, die immer wieder verwendet werden können, um neue Getränkeverpackungen herzustellen. Leider haben Wissenschaftler festgestellt, dass vom gesamten jemals produzierten Kunststoff nur 9% recycelt wurden.⁶
Was passiert mit Ihrer Kunststoffverpackung, wenn sie recycelt wird?
Nachdem die Kunststoffverpackungen zum Recycling zurückgegeben wurden, werden sie gesammelt und an eine Sortieranlage geschickt. Sie werden dann nach Materialtyp und Farbe sortiert. Eine Recyclinganlage reinigt anschließend die Verpackungen, um Verunreinigungen (wie Etiketten und Klebstoffe) oder Lebensmittelrückstände zu entfernen. Sie zerkleinert oder zerbricht die Flaschen in kleine Flocken, die zu Pellets geschmolzen werden können. Diese werden dann an die Hersteller geschickt, wo sie erneut geschmolzen und in vorgefertigte Formen gegeben werden, um daraus wieder neue Flaschen zu formen. Diese neuen Getränkeverpackungen werden dann mit dem nächsten Getränk befüllt und an die Geschäfte verteilt, wo sie eingekauft, verzehrt und zurückgeschickt werden – dann wiederholt sich der Zyklus.
Das Problem Plastikmüll
Glas
Recycelbarkeit von Glas
Glasflaschen und -gefäße sind zu 100 % recycelbar und können endlos recycelt werden, ohne dass Reinheit oder Qualität verloren gehen. Diese Art von Glas hat eine Recyclingquote von 1:1, d. h. wenn eine Glasflasche recycelt wird, kann daraus in der Regel in weniger als 30 Tagen eine Glasflasche hergestellt werden.¹¹ 38 der heute 45 Pfandsysteme umfassen Glasflaschen, und 12 davon umfassen Einweg-/nicht nachfüllbares Glas.°Getränkeverpackungen aus Glas können in einem Pfandsystem hohe Sammelquoten erzielen, wobei die Rücknahmequote für Glasflaschen in Kanadas Pfandsystemen bei durchschnittlich 85,6% liegt, und eine Region (Nordwestliche Territorien) sogar eine Rückgabequote von 100% erreicht.¹²
Glasherstellung
Neues Glas wird aus Sand, Soda, Kalkstein und Farbzusätzen hergestellt. Obwohl es keine Engpässe bei diesen Materialien gibt, verbraucht die Gewinnung und Verarbeitung natürliche Ressourcen und Energie. Glasrecycling spart Energie und ist wirtschaftlicher. • Dauerhaftes Material: Da Glas unendlich oft verwendet werden kann, ist es besonders wichtig, es zu sammeln und in den Clean Loop einzubeziehen, wo seine hohe Qualität erhalten und das Material wiederverwendet werden kann. Wenn es auf einer Mülldeponie liegen bleibt, würde es etwa eine Million Jahre dauern, bis es abgebaut wird.¹³ • Energieeinsparungen: Das Recycling von Glas verbraucht nur 30% der Energie, die für die Herstellung von neuem Glas aus Rohstoffen benötigt wird, da zerkleinertes Recyclingglas bei niedrigeren Temperaturen schmilzt und so die Lebensdauer der Anlagen verlängert. Die Verwendung von 10% Recyclingglas (Bruchglas) bei der Neuglasproduktion reduziert den CO2-Ausstoß um rund 5%.¹⁴ • Reduzierte Kosten: 1 Kilogramm recyceltes Glas entspricht 1,2 Kilogramm Rohstoffen und kann bis zu 95% der für die Produktion benötigten Materialien ersetzen. Dies führt zu einer Kostensenkung, die in Kombination mit Energieeinsparungen einen stabilisierenden Effekt auf die Kosten für die Herstellung von Glasverpackungen hat.
Trennung von Glas und anderem Haushaltsrecycling oder -abfällen
Pfandsysteme erreichen die höchsten Recyclingquoten, da keine Verunreinigungen durch andere Materialien auftreten. Glas stellt beim Recycling von Haushaltsmüll eine besondere Herausforderung dar, da es zerbrechen und andere Materialien verunreinigen kann, wodurch gleichzeitig sein eigener Wert gemindert wird. Durch die Trennung von Glas von anderen recycelbaren Materialien durch ein Pfandsystem wird sichergestellt, dass 100% des Glases wiederverwendet werden kann. Im Gegensatz dazu ergab eine Umfrage unter 45 Wertstoffrückgewinnungsanlagen, die Glas aus Haushaltsmüll entgegennahmen, dass fast 40% ihres Glases auf einer Mülldeponie landete.¹⁵
Was passiert mit Ihrer Glasverpackung, wenn Sie sie recyceln?
Wenn Recyclingunternehmen Glasverpackungen sammeln, entfernen sie zuerst alle nicht aus Glas bestehende Gegenstände mithilfe von Magneten und Luftabsaugung, da so die hohe Reinheit und Qualität des Glases erhalten bleibt. Laser trennen das Glas nach Farbe und dann wird es in kleine Stücke zerkleinert. Das Bruchglas wird in einem Ofen bei 1500 Grad Celsius geschmolzen und mit den wichtigsten Zutaten versetzt, bevor das flüssige Glas in Kügelchen geteilt wird. Diese Kügelchen werden in neue Flaschen und Gläser geblasen, die dann abgefüllt, verwendet und wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden können.¹⁶
Dosen
Recycelbarkeit von Dosen
Metall ist ein weiteres „dauerhaftes“ Material für Getränkeverpackungen, das endlos wiederverwendet werden kann. Daher ist es wichtig, dass diese Materialien rein und hochwertig gehalten werden, um im Kreislauf bleiben zu können. Recycelte Dosen aus Aluminium oder Stahl können in nur 60 Tagen zu neuen Getränkedosen verarbeitet werden. Durch die Verwendung von recycelten Dosen zur Herstellung neuer Verpackungen können durchschnittlich 95% der Energie eingespart werden, die zum Schmelzen von rohem Bauxiterz erforderlich ist. Durch Recycling einer einzigen Dose kann genug Energie eingespart werden, um einen Fernseher drei Stunden lang laufen zu lassen. Der hohe Wert von Aluminiumschrott bedeutet auch, dass die Aufnahme dieses Materials in ein Pfandsystem dazu beitragen kann, das System durch Rohstoffverkäufe zu finanzieren.¹⁷
Was passiert mit Ihrer Dose, wenn Sie sie recyceln?
Dosen werden zu einem Recyclingzentrum gebracht, wo sie mit anderen Dosen zu großen Ballen geformt werden, die dann zu spezialisierten Aluminiumrecyclern gebracht werden können. Der Ballen wird in kleinere Stücke zerkleinert, die durch Erhitzen zu geschmolzenem Aluminium werden. Diese werden zum einfachen Transport und zur Weiterverarbeitung zu einem reinen Metallblock („Barren“) geformt. Aus diesem Material werden neue Dosen geformt.
Im Fokus: Die Niederlande
Die Industrien für Glas-, Metall- und Kunststoffverpackungen (PET) sind sich einig, dass Pfandsysteme zu höheren Recyclingquoten sowie qualitativ hochwertigeren Materialien führen, die Zirkularität ermöglichen. Wir unterstützen effiziente und effektive Pfandsysteme. Pfandsysteme erzeugen eine stabile Materialversorgung, die unsere Industrie für die Herstellung neuer Getränkeverpackungen benötigt.
Getränkekarton
Recycelbarkeit von LPB
Getränkekarton (LPB) ist das Verpackungsmaterial, das in der Regel für Milch, Trinkpäckchen und Kartons verwendet wird. Da diese Verpackung so leicht ist, benötigt sie weniger Energie für den Transport und die Kühlung als andere Getränkeverpackungen. Sie besteht aus Pappe, Kunststoff und teilweise einer dünnen Schicht Aluminiumfolie. Pappe macht den größten Anteil dieser Materialien aus, etwa 88% eines 1-Liter-Milchkartons. Getränkekartons sind derzeit in vielen kanadischen Provinzen und mehreren Staaten Australiens in die Pfandsysteme einbezogen. Es gibt einen wachsenden Trend, LPB in neue Pfandsysteme zu integrieren. Tetra Pak, der weltweit größte Hersteller von LPB, hat auf mehreren Märkten den Wunsch geäußert, in das Pfandsystem aufgenommen zu werden.
Es ist wichtig, den Moment zu nutzen und ein ambitioniertes Pfandsystem einzuführen, das eine breite Palette von Verpackungsmaterialien umfasst. Den Anwendungsbereich des Systems einzuschränken, wäre eine verpasste Chance, insbesondere wenn kohlenstoffarme, erneuerbare Verpackungsformate wie Kartonverpackungen ausgeschlossen werden. Wenn Kartons in das Pfandsystem einbezogen würden, würde dies die Menge an hochwertigem Recyclingkarton, der der Industrie zur Verfügung steht, erhöhen und weitere Investitionen in das Kartonrecycling ermöglichen.
Was passiert mit LPB, wenn sie recycelt werden?
Wenn Kartons gesammelt werden, werden sie sortiert und in Papier-/Kartonströme getrennt. Die Materialien werden zu Ballen gepresst und an Papierfabriken geschickt, wo die Ballen zerkleinert und mit Wasser vermischt werden, um die Materialien zu zerlegen. Diese Mischung wird gesiebt und in Papierzellstoff-, Kunststoff- und Aluminiumschichten getrennt, bevor sie einer Entfärbung unterzogen wird, um auf den Produkten verwendete Farbstoffe oder Farben zu entfernen. Der Papierzellstoff kann dann verarbeitet und in neue Papierprodukte wie Papiertücher, Taschentücher und Papiertüte verwandelt werden. ²²
Materialien und neu Formen von Getränkeverpackungen
Die Wirksamkeit leistungsstarker Pfandsysteme sorgt für ein wachsendes Interesse an anderen Verpackungsmaterialien und Getränkesorten.
Mehrweg-Getränke-verpackungen
Mehrwegverpackungen werden ohne Schmelzen und Umformen gereinigt und wiederverwendet, benötigen also weniger Verarbeitung und sind somit besser für die Umwelt.²³ Mehrwegsysteme waren Anfang des 20. Jahrhunderts üblich, und Pfandsysteme können die Umstellung auf Mehrwegverpackungen vereinfachen, indem sie die Verbraucher dazu veranlassen, Verpackungen zurückzugeben, und die Sammelinfrastruktur aufbauen, um das Nachfüllen/Wiederverwenden zu ermöglichen. Das Mehrweg-Bierprogramm von Oregon wurde teilweise ins Leben gerufen, weil die Infrastruktur und die Kostenteilung zwischen den Herstellern bereits über ein Pfandsystem für Einwegverpackungen vorhanden waren. Deutschland ist mit einem der weltweit erfolgreichsten Mehrweg-Getränkesysteme führend – mit einem Nachfüllanteil von 41% und 98% der Mehrwegverpackungen (25,4 Milliarden Abfüllungen) sowie 98% der Einwegverpackungen(20,5 Milliarden Verpackungen), die jährlich gesammelt werden.
SodaStream CO₂-Kartuschen
Um SodaStream-Besitzer zu ermutigen, ihre gebrauchten CO₂-Kartuschen zum Nachfüllen und zur Wiederverwendung zurückzugeben, wurde in Amerika und Europa ein Pilotprojekt für die Rückgabe von CO₂-Kartuschen umgesetzt. Wie bei einem Pfandsystem erhalten Verbraucher im Gegenzug einen Gutschein als Gutschrift für den Kauf einer neuen SodaStream CO₂-Kartusche. SodaStream, Teil von PepsiCo, ist weltweit führend bei der Zubereitung von Getränken zu Hause. Ein SodaStream-CO₂-Zylinder könnte Tausende von Einweg-Kunststoffverpackungen ersetzen. Das Pilotprojekt zur Rückgabe von Zylindern an TOMRA-Leergutrücknahme-Automaten hilft SodaStream, noch einen Schritt weiter für die Umwelt zu gehen.
Kaffeebecher
Jährlich werden weltweit rund 500 Milliarden Kaffeebecher produziert. Einweg-Kaffeebecher sind mit Kunststoff ausgekleidet, der fest mit dem Papier verbunden ist. Dies verhindert Undichtigkeiten, bedeutet aber, dass sie nicht in herkömmlichen Papierrecyclinganlagen recycelt werden können. Südkorea beabsichtigt, ab Ende 2022 zusätzlich zu seinem derzeitigen Pfandsystem für Glasflaschen ein Pfandsystem für Einwegbecher einzuführen. Neue Gesetze für die Verwendung von recycelten Materialien in Lebensmittelverpackungen bedeuten auch, dass Südkoreas Pfandsystem der Verwirklichung des Cup-to-Cup-Recyclings einen Schritt näher kommt. TOMRA hat gezeigt, dass die Leergutrücknahmetechnologie in der Lage ist, Kaffeebecher anzunehmen, sodass die Aufnahme von Bechern in die Liste der für ein Pfandsystem geeigneten Getränkeverpackungen nicht weit entfernt ist.
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Bewährte Praktiken für Pfandsysteme
TOMRA verfügt über 50 Jahre Erfahrung mit Pfandsystemen und ist in 40 Pfandmärkten in allen Bereichen der Wertschöpfungskette tätig. Mit rund 80.000 Installationen in über 60 Märkten nehmen die Leergutrücknahme-Automaten von TOMRA jährlich über 45 Milliarden gebrauchte Getränkeverpackungen für das Recycling an.
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